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Quo vadis Rheinaue?
Die Rheinauen sollen künftig ganz im Sinne der AGENDA 21 einen höheren ökonomischen, ökologischen und sozialen Stellenwert erlangen. Ein in diese Richtung weisendes Leitbild hat aber nur dann eine Chance auf Realisierung, wenn es eine breite gesellschaftliche Zustimmung findet.
Bei einer Umfrage in den rheinland- pfälzischen Rheinanliegergemeinden wurden Bürger gefragt, wie sie sich die Zukunft der Auen vorstellen. Welche Entwicklungstendenzen sind gewünscht, welche finden Akzeptanz, welche stoßen auf Ablehnung?





Im Grunde einig
Die Bedeutung intakter Natur wird von immer mehr Menschen akzeptiert. Zukünftige Veränderungen in der Überschwemmungsaue sollen zu einer Verbesserung ökologischer Funktionen und Strukturen führen. Das gilt auch für die Hochwasservorsorge, der eine hohe Bedeutung beigemessen wird. Dabei erkennt der Anlieger seine Verantwortung gegenüber den Unterliegern an. Bei den Befragten herrscht zudem weitgehend Einigkeit darüber, dass die Hochwasservorsorgefunktion der Überschwemmungsauen ein wesentliches Merkmal darstellt, das nicht in Frage gestellt werden darf. Noch größer sind die Übereinstimmungen beim Natur- und Artenschutz. Eine deutliche Mehrheit ist der Ansicht, dass Schutz und Erhalt der Artenvielfalt eine zentrale Bedeutung der Überschwemmungsauen ist, die auch künftig gesichert werden muss. Auch als Erholungsraum ist die Aue dem Menschen bedeutsam und anerkannt. Dabei wird ein sanfter, naturverträglicher Tourismus angestrebt. Intensivtourismus, der große Massen anzieht, wird mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

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Kommunen
... zugunsten von Veränderungen, die die ökologischen und naturschutzfachlichen Aspekte der Überschwemmungsauen stärken.
... zugunsten von Hochwasservorsorge, insbesondere auch der Hochwasservorsorge zum Nutzen der Unterlieger.
... für eine künftige Erweiterung von Industrie- und Gewerbeflächen. Der Bestand hingegen soll gewahrt werden. Flächenbedarf für Äcker, Siedlungs-, und Sportanlagen sowie Straßen sollte zukünftig abnehmen.
Naturschutz
... zugunsten aller den Naturschutz und die Hochwasservorsorge betreffenden Entwicklungen, insbesondere für Konzepte, die beide Bereiche integrieren.
... bezüglich vieler Formen der Naherholungs- und Freizeitnutzung sowie der Stechmückenbekämpfung.
Erholungssuchende
... zugunsten ökologischer Ziele.
... für eine Zunahme von Forst- und Landwirtschaft.
... für weiteren Infrastrukturausbau.
Gatronomie
... zugunsten ökologischer und die Hochwasservorsorge betreffende Maßnahmen.
...für Naherholungsmaßnahmen.
... für weiteren Flächenbedarf von Kommunen, Holz- und Kieswirtschaft.
... für eine weitere Zunahme von Industrie- oder Gewerbeflächen.
 
Forstwirtschaft
... zugunsten der Ausweitung nachhaltiger und standortgerechter Forstflächen und auentypischer Strukturen.
... zugunsten einer standortgerechten multifunktionalen Wald- und Forstwirtschaft.

Flächen für den Infrastrukturbedarf (Straßen, Sportplätze, Versorgungs- und Siedlungsflächen) sollten aus dem Bereich der Überschwemmungsauen weichen. Ackerflächen in der rezenten Aue werden mehrheitlich abgelehnt. Bestehende Infrastrukturflächen sowie Einrichtungen für den Erholungs- und Freizeitbedarf sollen erhalten bleiben, jedoch in Zukunft an Umfang nicht weiter zunehmen.
Landwirtschaft
... zugunsten einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft.
... zugunsten ökologischer und der Hochwasservorsorge betreffenden Maßnahmen, soweit dadurch nicht Interessen der Landwirte beschnitten werden.
... für alle flächenintensiven Erholungseinrichtungen.
Vereine
... zugunsten allgemeiner, den Naturschutz betreffenden Entwicklungen.
... für Erfordernisse des Naturschutzes, wenn es zu Konflikten zwischen Vereinsinteressen und dem Naturschutz kommt. ... bezüglich der nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft zunehmen.
 
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