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Quo vadis, Rheinaue?
Neue Chancen für die Landwirtschaft
Die Landwirtschaft befindet sich im Umbruch. Das betrifft auch die Bewirtschaftung der Überschwemmungsauen, die zunehmend von Hochwasser betroffen sind.



Grünlandnutzung gehört zu den verträglichsten landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsformen in der Aue. Während in den vergangenen Jahrzehnten das Interesse der Landwirte an Tierhaltung und Grünlandnutzung stark zurückgegangen war, hat sich das in den letzten Jahren geändert. Gegenwärtig steigt die Anzahl privater Pferdehalter, und deren Tiere brauchen Heu. Ebenso steigt die Nachfrage nach „Bio-Fleisch“ beständig. In den höheren Teilen der Aue liefern Wiesen ohne jede Düngung zuverlässig gute Erträge. In den tieferen Bereichen können robuste Rinder und Schweine weiden, wenn der Rhein nicht gerade Hochwasser führt.

Der Obstanbau ist ebenfalls eine verträgliche Art der landwirtschaftlichen Nutzung in der Aue. Einige Arten (Apfel, Birne, Walnuss) sind als ursprüngliche Auwaldbäume gegen Hochwasser ausreichend widerstandsfähig. Im September, wenn das Obst reift, ist die Hochwassergefahr vergleichsweise gering.

Die Landwirtschaft kann als Landschaftspfleger einen zusätzlichen unternehmerischen Beitrag in der Überschwemmungsaue leisten. Dabei könnte „Pflege durch Nutzung“ die ideale Entwicklungsrichtung darstellen. Aber auch die Bewahrung der Landschaft um ihrer selbst willen kann in Teilen der Aue erwünscht sein. Diese wichtigen Beiträge zur Erhaltung unserer Kultur- und Naturlandschaften würden die Akzeptanz und Position der Landwirtschaft in der Bevölkerung erheblich verbessern.

Da die Umstellung auf angepasste integrierte Bewirtschaftungsweise für die Landwirte ein wirtschaftliches Risiko darstellt, bedarf es gut entwickelter Vermarktungskonzepte. Dazu zählt auch gemeinsames Handeln mit touristischen Zweigen wie der Gastronomie. Die Umsetzung alternativer Bewirtschaftungskonzepte wie eine ganzjährige, großräumige Beweidung mit robusten Schweine- oder Rinderrassen stellt gleichzeitig eine große Überschneidung von naturschutzfachlichen mit touristischen Zielen dar.

Da im Rahmen der AGENDA 2000 durch die Honorierung von Umweltleistungen bereits die Weichen für eine Ökologisierung der Landwirtschaft gestellt sind, bestehen durchaus Möglichkeiten einer landwirtschaftlichen respektive landwirtschaftsnahen Nutzung der Auen. Will man die ansässige Landwirtschaft für ein umfassendes Entwicklungskonzept in den Überschwemmungsauen gewinnen, müssen neben Nutzungs-, Pflege- und Vermarktungskonzepten unbedingt auch ökonomische Anreize geschaffen werden.

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